Über mich
Geboren in Donaueschingen, aufgewachsen im Rheinland, Studium der Geschichte und Germanistik in Bonn. Nach beruflichen Stationen in PR-Agenturen in New York, Brüssel und München habe ich als Leitung Kommunikation und Politikberaterin für Verbände in Berlin gearbeitet. Mit Mann und zwei Söhnen lebe ich in Berlin.
Eigentlich wollte ich nie einen Roman schreiben. Aber ich habe es getan, weil die Geschichte erzählt werden musste. Mein Roman erzählt eine fiktive Geschichte vor dem Hintergrund historischer Ereignisse. Mein Vater, Alfons Reiser, starb als Bonner Beamter am 23. Juni 1986 auf einer Dienstreise in Leipzig.
Vor vierzig Jahren erhielt ich die Nachricht, dass er durch einen Sturz aus dem Fenster des Interhotels Astoria in Leipzig gestorben ist. Ein Schwächeanfall, hieß es damals. Schon als Elfjährige habe ich nicht begriffen, wie man dabei aus dem Fenster fallen soll. Als Kind deutete ich das Schweigen um mich herum falsch. Vielleicht hat er sich umgebracht, dachte ich, und darüber soll nicht geredet werden.
Siebzehn Jahre später bekam ich einen Anruf, dass er von der Staatssicherheit umgebracht wurde. Ich begann zu recherchieren, aber eigentlich nur, um den Vorwurf auszuschließen. Und lernte, dass auf Seiten der Bundesrepublik massive Zweifel an der DDR-Version bestanden. Sie wurden hingenommen, trotz vieler Merkwürdigkeiten. Was wirklich geschah oder auch nicht, wird sich nicht mehr klären lassen.
Also habe ich der Geschichte im Roman gegeben, was mir die Wirklichkeit verweigert hat: ein Gegenüber und eine Auflösung, die logischerweise völlig fiktiv sind. Und dabei erzählt, wie es ist, unter einem riesenhaften Schatten aufzuwachsen, den man spürt, aber nicht fassen kann.
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